Selbstverständnis des Flüchtlingsrates

Am 29. August 2017 gründete sich in Moers durch in der Flüchtlingsarbeit aktive Menschen eine Interessenvertretung für Flüchtlinge. Gemeinsam einigte man sich auf folgenden Text, der das Selbstverständnis und die Arbeit dieses Flüchtlingsrates festlegt:

Das Grundrecht auf Asyl ist unser aller Menschenrecht. Seine Einschränkung bedroht nicht nur die Flüchtlinge, sondern stellt eine Vorstufe zur Einschränkung unserer bürgerlichen Freiheiten dar. Der Umgang mit Flüchtlingen ist einer der Prüfsteine für das Funktionieren der Demokratie.“ (Gründungserklärung des Flüchtlingsrates NRW)

Der Flüchtlingsrat Moers engagiert sich für die Rechte von Flüchtlingen, Asylsuchenden und Menschen mit prekärem Aufenthalt und tritt gegen Rassismus ein. Er knüpft an die erfolgreiche Arbeit des 1989 gegründeten Flüchtlingsrates (Gisela Stoldt, Reinhard Schmeer, Hans Hanke …) an.

Flucht und Migration finden statt, trotz und entgegen aller staatlichen Regulierungs- und Verhinderungsversuche. Menschen verlassen ihre Herkunftsländer in Lebenssituationen, in denen sie akut bedroht und auf Schutz und Unterstützung angewiesen sind. In Übereinstimmung mit Pro Asyl sehen wir es als staatliche (und behördliche) Aufgabe an, Flüchtlingen unter seriöser Beachtung ihrer Fluchtgründe und humanitären Nöte großzügige Aufnahme, effektiven Schutz, nachhaltige Integration und eine selbst bestimmte Zukunftsperspektive einzuräumen.

Wir sind der Überzeugung, dass die Geltung von Menschenrechten Vorrang haben muss vor einer Politik der Flüchtlingsabwehr. Wir lehnen die Ausgrenzung und Isolation von Flüchtlingen durch die Unterbringung in Lagern ab und fordern gleiche Rechte für alle.

Im Rahmen seiner Möglichkeiten leistet der Flüchtlingsrat Öffentlichkeitsarbeit zu Fluchtursachen und der Lebenssituation Geflüchteter, insbesondere aber bei drohenden Abschiebungen. Grundsätzlich und vor allem bei geplanten Aktionen soll eine enge Abstimmung mit örtlichen und gegebenenfalls überörtlichen Initiativen und Institutionen erfolgen. Durch Bündelung von Kräften soll eine größere Effizienz in der Flüchtlingsarbeit erzielt werden.

Als Flüchtlings- und Menschenrechtsorganisation setzt sich der Flüchtlingsrat Moers zusammen aus Geflüchteten, VertreterInnen von Flüchtlingsinitiativen, Menschenrechtsgruppen und Beratungsstellen sowie Einzelpersonen.

Wir streben eine enge Vernetzung mit allen in der Flüchtlingsarbeit aktiven Haupt- und Ehrenamtlichen, Institutionen, Verbänden, Bildungseinrichtungen und demokratischen Parteien auf lokaler Ebene an. Der Flüchtlingsrat sieht sich als Interessenvertretung von Geflüchteten und Ehrenamtlichen und deren Organisationen gegenüber Behörden, Institutionen und politischen Gremien.

Der Flüchtlingsrat bemüht sich um logistische, moralische und auch finanzielle Unterstützung durch Institutionen und Unternehmen. Dabei bleibt er konfessionell, parteipolitisch und finanziell unabhängig. Die Mitarbeit im Flüchtlingsrat ist nicht an eine Mitgliedschaft gebunden.

Er versteht sich als Teil des landes-, bundes-, europa- und weltweiten Netzwerks von Flüchtlingsorganisationen und arbeitet besonders mit dem Flüchtlingsrat NRW zusammen.

Das Selbstverständnis des Flüchtlingsrat Moers gibt es als PDF zum herunterladen.

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